Mag. Anita Csukker-Ertl

??.. Psycho-Who is who
?.... Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe - Notfallpsychologie, Arbeitpsychologie
?.... Psychotherapeut
?.... Der Psychiater
??.. Unterschied Psychotherapie / klinisch-psychologische Behandlung und Coaching?
??.. Dauer einer Psychotherapie
??.. Datenschutz
??.. Kosten für Psychotherapie
??.. Was ist Verhaltenstherapie?
??.. Was ist klinische Hypnose - Hypnotherapie?
??.. Wo finde ich weitere Informationen?


Psycho-Who is who
a.) Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe:

Nach dem Studium der Psychologie kann sich ein Psychologe auf klinische Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie spezialisieren und absolviert dazu fundierte Weiterbildungen, um im Anschluss einerseits im klinischen Bereich Diagnostik (Testungen, Befunderstellung im klinischen Kontext), Beratung und Behandlung von psychischen Problemen und Erkrankungen anzubieten. Andererseits kann er als Gesundheitspsychologe im Bezug auf Gesundheitserhaltung und Gesundheitsförderung individuell beraten und entsprechende Maßnahmen entwickeln.
Ein Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe ist in den entsprechenden Listen des Gesundheitsministeriums eingetragen und ist zu laufenden Weiterbildungen verpflichtet.

Andere Spezialisierungen und Fortbildungen nach dem Studium können sein:
Notfallpsychologie: spezielle Ausbildung für Notfalleinsätze und Kriseninterventionen bei z.B. Unfällen, Suidizdrohungen, Banküberfällen, Todesfällen, Naturkatastrophen.

Arbeitpsychologie: Durch diese Fortbildung ist man als Psychologe in der Lage, in der Arbeitswelt, oftmals in Zusammenarbeit mit der Arbeitsmedizin, zu beraten. Häufige Themen in diesem Bereich sind Work-life-Balance-Coachings, Burnout-Prophylaxe, Konflikte zwischen Mitarbeitern, Stress und Entspannung, Entspannungstechniken, Kommunikationsstrategien, uvm.

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b) Psychotherapeut
Ein Psychotherapeut hat meistens einen psychosozialen Grundberuf und die Ausbildung zum Psychotherapeuten bei einem der vom Gesundheitsministerium anerkannten Ausbildungsvereine für Psychotherapie absolviert. Er versucht, psychische, psychosoziale und psychosomatische Leidenszustände zu mildern bzw. zu beseitigen, das Vorgehen variiert je nach psychotherapeutischer Richtung. Nähere Informationen über Psychotherapierichtungen und welche in Österreich anerkannt sind, sind unter www.psychotherapie.at zu finden.

Der fertig ausgebildete Psychotherapeut wird vom Gesundheitsministerium in die Psychotherapeutenliste eingetragen. Nur bei diesen registrierten Psychotherapeuten ist eine Teilrefundierung durch die Krankenkassa möglich.

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c) Psychiater
Der Psychiater ist Facharzt für Psychiatrie, d.h. hat Medizin studiert und eine Facharztausbildung in diesem Bereich absolviert. Er beschäftigt sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung von Störungen bzw. Erkrankungen. Er ist berechtigt, Medikamente zu verschreiben.

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Unterschied Psychotherapie / klinisch-psychologische Behandlung und Coaching?
Bei Psychotherapie oder klinisch-psychologischer Beratung und Behandlung liegt eine sogenannte krankheitswertige Störung vor im Sinne der Krankenkassen bzw. der Gesundheitsdefinition.
Beim Coaching gibt es dies nicht, die Beratung umfasst üblicherweise eher berufliche oder Alltagsthemen aber nicht krankheitsbezogene.

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Dauer einer Psychotherapie
Eine Psychotherapie kann einerseits je nach Problem und andererseits abhängig von der jeweiligen Psychotherapierichtung unterschiedlich lange dauern.
Die Verhaltenstherapie gehört zu den Richtungen, in denen mit den Patienten sehr ziel- und lösungsorientiert gearbeitet wird. Erste Besserungen sind oftmals schon nach wenigen Stunden erkennbar, die Gesamtdauer der Therapie liegt meistens zwischen 50 und 80 Stunden (ca. 1-2 Jahre).
Wann eine Psychotherapie letztendlich beendet wird, hängt von den Zielen und Wünschen des Patienten ab, die im Verlauf der Therapie öfter besprochen werden.

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Datenschutz
Die Berufe des Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen sowie des Psychotherapeuten sind durch das sogenannte Psychologen- bzw. Psychotherapeutengesetz an eine strenge Verschwiegenheit bezüglich der Inhalte der Behandlung, Beratung oder Therapie gebunden. Eine Ausnahme besteht nur bei Selbst- und Fremdgefährdung, wo es um die Sicherheit und den Schutz von Menschen geht. Das bedeutet aber, dass auch keinerlei Auskünfte an Angehörige oder Außenstehende gegeben werden dürfen.

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Kosten für Psychotherapie
Von den Krankenkassen wird zurzeit eine Teilrefundierung der Therapiekosten gewährleistet, die sich im Moment für eine 50-minütige Einzelsitzung auf € 21,80,- beläuft.
Die Honorare bewegen sich in der Regel zwischen € 66.- und € 133.- für eine Einzelsitzung von 50 Minuten. Abweichungen von dieser Honorarbandbreite sind möglich und werden individuell mit der/dem PsychotherapeutIn vereinbart. Für "Psychotherapie auf Krankenschein", also mit voller Kostenübernahme durch die Krankenkassa, informieren Sie sich unter www.vap.or.at.

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Was ist Verhaltenstherapie?
Lösungsorientierte Gespräche und Erarbeitung von individuellen Strategien

Die Verhaltenstherapie ist eine Form von Psychotherapie, mit der KlientInnen mit verschiedensten Problemen behandelt werden. Kennzeichnend für die Verhaltenstherapie ist die enorme Vielschichtigkeit, die Wissenschaftlichkeit und die durch viele Untersuchungen belegte Wirksamkeit.

Die Verhaltenstherapie versucht immer, die neuesten Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin, Soziologie und aus anderen Wissenschaften einzubeziehen, und verändert sich damit kontinuierlich. Damit ist ein individuelles Eingehen auf jeden Patienten möglich.

Das große Ziel der Verhaltenstherapie ist die Verbesserung und Stabilisierung der Autonomie. KlientInnen sollen langfristig zum eigenen Experten werden, verstehen, wodurch die Probleme entstehen und was sie dagegen tun können. Damit versteht sich die Verhaltenstherapie als eine Art "Hilfe zur Selbsthilfe".
Die Therapie wird sowohl in Einzel-, Paar- oder Gruppensitzungen durchgeführt. Die Dauer der Behandlung variiert je nach Problemstellung von einigen Sitzungen bis zu mehreren Jahren.

Die Hauptindikationsbereiche liegen in der Behandlung von Angststörungen, Zwangsstörungen, Depressionen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen, Psychosen (zusätzlich zu medizinischen Maßnahmen), hirnorganischen Störungen und in der Behandlung körperlicher Erkrankungen (chronische Schmerzen, Diabetes, Asthma, Neurodermitis, Hypertonie, Tinnitus etc.).

Das Spektrum reicht von Kinder- und Jugendlichentherapie über alle Bereiche des Erwachsenenlebens bis hin zu speziellen Problemstellungen alter Menschen.

Es gibt keine Kontraindikationen, die nicht auch für andere Therapierichtungen gelten würden.

Methoden sind z. B.:
  • Kognitive Methoden (Veränderung dysfunktionaler Kognitionen Entkatastrophisieren, Problemlösetraining,...)
  • Konfrontationsverfahren (Exposition in vivo oder in sensu,
  • Reaktionsverhinderung, Habituationstraining,...)
  • Euthyme Therapie - Genusstraining
  • Entspannungsverfahren
  • Imagination (Arbeit mit Vorstellungsbildern)
  • Kommunikationstraining
  • Training sozialer Kompetenz
  • störungsspezifische Therapieprogramme für z.B. Angststörungen, Depressionen, Umgang mit Aggression und Hyperaktivität bei Kindern, Essstörungen, Partnerschaftsprobleme, Schmerzerkrankungen

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Klinische Hypnose - Hypnotherapie

Trancezustände kennt jeder Mensch aus dem Alltag, wie z.B. beim Tagträumen, bei längerem joggen oder Wandern oder bei langen Autobahnfahrten, wo man "plötzlich" am Ziel ist, ohne genau zu wissen, wie man dorthin gelangt ist. Solche Trancen werden in der Hypnotherapie / klinischen Hypnose nach Milton Erickson verwendet, um auf inneres Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die im Unbewußten gespeichert sind, zurückzugreifen und Probleme dadurch zu lösen, die Lebensqualität zu steigern und die Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
Der Klient geht in diesen entspannten Trancezustand und durch Metaphern, Wortspiele, Analogien, etc. werden bei ihm neue Ideen, Lösungsmöglichkeiten, andere Perspektiven für seine Probleme angeregt. Ob und welche Ideen der Klient annimmt und nutzt, obliegt ihm selbst; damit hat er die Kontrolle darüber, was und wie er Tranceerfahrungen in sein Leben integriert.

Indikation
  • Depression
  • Phobien und Ängste
  • Panikattacken
  • akute Belastung
  • posttraumatische Belastung
  • psychosomatische Erkrankungen
  • Schmerzen
  • Reizdarm
  • Hypnochondrie
  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Unterstützung der Raucherentwöhung
  • Angst vorm Zahnarzt, etc.

HINWEIS:
Hypnose ist kein Instrument für Wahrheitsfindung
(z.B. bzgl. fehlender oder unvollständiger Kindheitserinnerungen)!

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Wo finde ich weitere Informationen?
ÖGVT - www.oegvt.at
Die Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie bietet allgemeine Informationen zu Verhaltenstherapie.
BÖP - www.boep.or.at
Beim Berufsverband der österreichischen PsychologInnen erfahren Sie mehr über Psychologie und Klinische- und Gesundheitspsychologie.
VAP - www.vap.or.at
Beim Verein für ambulante Psychotherapie bekommen Sie Auskunft über "Psychotherapie auf Krankenschein".
NDÖ - www.notfallpsychologie.at
Der Notfallpsychologische Dienst informiert über Aufgaben und Angebote der Notfallpsychologie.
MEGA - www.hypno-mega.at
Bei der Milton Erickson-Gesellschaft erhalten Sie Auskünfte über klinische Hypnose und Hypnotherapie.

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